Österreichische Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie


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Gemeinsame Empfehlungen der ÖGLMKC und der ÖDG
zur Referenzierung der HBA1C Bestimmung
nach dem IFCC Standard

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Entwurf Version 4.2 Stand 15.04.11
Hintergrund:
Der Anteil des glykierten Hämoglobins im Blut gilt als der beste Parameter für die Beurteilung der Qualität der Blutglucoseeinstellung eines Patienten im Zeitraum der vorausgegangenen acht bis zwölf Wochen (1, 2). Seit Veröffentlichung der DCCT-Studie (Diabetes Control and Complication Trial) hat sich die Messung einer Subfraktion des glykierten Hämoglobins, des HbA1c-Werts, als Goldstandard im Diabetesmanagement durchgesetzt (3). Allerdings waren die HBA1c Werte aufgrund der bislang nicht zufriedenstellend gelösten Standardisierung der verschiedenen Bestimmungsmethoden zwischen verschiedenen Labors nur bedingt vergleichbar, was die praktische Anwendbarkeit stark einschränkte.

Mit dem Ziel eine bessere internationale Standardisierung zu ermöglichen, bildete die "International Federation of Clinical Chemistry" (IFCC) 1995 eine Arbeitsgruppe zur Standardisierung des HbA1c (4). Diese hat in den letzten Jahren ein Verfahren zur Messung des "wahren" HbA1c entwickelt, welches nun von der IFCC als offizielle Referenzmethode gewählt wurde. Dieses neue Referenzsystem basiert auf 4 Elementen:

  1. Definition des HbA1c: die IFCC-Arbeitsgruppe definierte HbA1c als Hämoglobin, welches an einem oder beiden N-terminalen Valin der Beta-Ketten irreversibel glykiert ist. Hämoglobine, die zusätzlich an anderen Stellen der Alpha- oder Beta-Ketten glykiert sind, gelten auch als HbA1c.
  2. Primäres Referenzmaterial: Für die Kalibrierung der Referenzmethodenwurden Mischungen von reinem HbA1c und reinem HbA0 erstellt. Diese Fraktionen wurden isoliert mittels Kationenaustausch und Affinitätschromatographie und schließlich charakterisiert mit "Capillary Isolectric Focusing" und "Electrospray Ionization Mass Spectrometry". Referenzmethoden: Es wurden zwei Referenzmethoden erarbeitet, welche spezifisch die N-terminale Glykierung der Beta-Ketten bestimmen. Diese Referenzmethoden wurden im Juli 2001 durch die IFCC genehmigt. Dabei ergeben sich nun "wahre" HbA1c-Werte, die 1 - 2% tiefer liegen als bei den bisherigen Methoden(4, 5).
  3. Mit dem Ziel einer Verbesserung der generellen Vergleichbarkeit der Resultate empfiehlt deshalb eine internationale Working Group heute den Herstellern, ihre Geräte mit der IFCC-Methode zu referenzieren. Für die klinische Beurteilung der Qualität der Stoffwechselkontrolle von Diabetikern bleibt jedoch eine Vergleichbarkeit der Laborresultate mit der NSGP (DCCT) bzw. der UKPDS essentiell. Deshalb wurden Referenzgleichungen erarbeitet, welche es erlauben, die erhaltenen Werte auf die bekannten NSGP (DCCT) -Werte umzurechnen:
    HBA1c(%)-NSGP = (0.09148*HBA1c[mmol/mol]) + 2.152
  4. Um Verwechslungen zu vermeiden empfiehlt die IFCC die HBA1c-Werte nach dem IFCC Standard in mmol/mol und die HBA1c-Werte nach der bisherigen Methode nach NSGP (DCCT) weiterhin in % anzugeben.
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